Karriere: Was kann ich vom Arbeitgeber erwarten?
Aber gut, hier ist des Rätsels Lösung: Beim "psychologischen Vertrag" geht es um die unausgesprochenen Erwartungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Und klar, genau darin liegt jede Menge Konfliktpotential. Z.B. Weiterbildungen, von denen der Arbeitnehmer annimmt, dass sie ihm angeboten werden, von denen der Arbeitgeber aber glaubt, der MA müsse sich selbsttätig darum kümmern. Resultat: Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Hätte einer von beiden seine Erwartungen ausgesprochen, wäre - rein theoretisch - eine zufriedenstellende Lösung möglich.
Allein die Tatsache, dass heutzutage so eine nicht sichtbare Grösse im Angestelltenverhältnis vorausgesetzt wird, mag bei manchen Mitarbeitern Irritationen hervorrufen. Aber auch früher gab es sowas, sagen die Arbeitswissenschaftler, nur anders. Da wurde gegenseitige Loyalität als gegeben angesehen, während heute vom Mitarbeiter Eigenverantwortung für seine Arbeitsmarktfähigkeit und die Akzeptanz von Unsicherheit erwartet wird (mehr dazu hier.)
Im Klartext: Das Unternehmen hat sich aus der Verantwortung für seine Mitarbeiter weitgehend zurückgezogen. Es kann dadurch schneller auf Veränderungen am Markt reagieren, wird aber auch mehr "brain drain", also Verlust an qualifizierten Arbeitskräften erleiden.
Mitarbeiter sollten also selbst auf ihre "Arbeitsmarktfähigkeit" achten, oder sich dazu in einem Orientierungscoaching einen Überblick verschaffen. Selbst wenn das Unternehmen Weiterbildungen anbietet, müssen diese nicht zwangsläufig zur Arbeitsmarktfähigkeit des Einzelnen führen. Möglicherweise werden da nur unternehmensspezifische Kompetenzen vermittelt. Aber wer hat eigentlich die Kristallkugel, die uns genau sagt, welche Fähigkeiten in Zukunft gefordert sind?
Labels: Arbeitsmarktfähigkeit, Karriere, Persönliche Entwicklung


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