Was tun bei Mobbing?
Der Begriff passt gut, denn er bedeutet eigentlich "pöbeln" (engl. mob = Pöbel). Er wurde u.a. von dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz verwendet, um Angriffe zu beschreiben, die Tiergruppen gegen einzelne Tiere ausüben. Eine treffende Parallele, denn genau darum geht es laut Mobbing-Definition: "Regelmässige destruktive Kommunikation mit dem Ziel, den Adressaten zu beschädigen oder zu vertreiben."
Rechtlich befanden sich Mobbing-Betroffene lange Zeit auf unerkundetem Terrain, da nicht klar war, wie Mobbing juristisch einzuordnen ist. Inzwischen hat sich aber viel getan. Nach einem Urteil am Bundesarbeitsgericht Erfurt (Az. 8 AZR 709/06) z.B. sind Klagen wegen Mobbing nicht automatisch von den Fristen für Schadenersatz- und Entschädigungsansprüchen betroffen. Die Richter sahen die oben genannte Systematik des Mobbing-Geschehens als entscheidend an. Bei solchem "systematischen Mobbing" müssen auch länger zurückliegende Vorfälle berücksichtigt werden. Das Gericht gab damit einem Maschinenbauer Recht, der wegen systematischen Mobbings psychisch erkrankt war und Schadenersatz forderte.
Wenn Sie glauben, von Mobbing betroffen zu sein, ist der Rechtsweg also mittlerweile ein probates und aussichtsreiches Mittel. Aber auch diese Auseinandersetzung kostet Kraft und oft gibt es gerade in der Anfangsphase Möglichkeiten, den Konflikt anders zu lösen. Man muss sich nur zu helfen wissen - oder Hilfe und Unterstützung suchen.
Labels: Karriere, Konfliktlösung, Mobbing


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