Es geht um Ihre Zeit - Neues zum Downshifting
Andere Baustelle: Das OLG München (AZ 25 0 19798/03) urteilte kürzlich, dass eine Versicherung eine Berufsunfähigkeitsrente an einen Manager zu zahlen habe, der genau das getan hat: Arbeiten bis zum Umfallen. Nach 20 Jahren rund-um-die Uhr-Arbeit für einen Finanzdienstleister, der jährlich 14 Milliarden Euro umsetzt, erlitt er 2001 einen Zusammenbruch. Die Versicherung, bei der er eine Berufsunfähigkeits-Police abgeschlossen hatte, weigerte sich, zu zahlen. Die Sache ging durch die Instanzen, jetzt hat der Manager Recht erhalten: Er bekommt rückwirkend 148.00 Euro Rente ausbezahlt und 65.000 Euro Versicherungsbeiträge zurückerstattet.
Und schliesslich noch ein Puzzlestück zum Thema. Was, meinen Sie, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO zur grössten Gesundheitsgefahr für das 21. Jahrhundert erklärt? HIV? Die Vogelgrippe, den Rinderwahn, sonstige Seuchen? Nein, die Antwort lautet Stress. Die volkswirtschaftlichen Folgen von stressbedingten Krankheiten und Ausfällen sind enorm. Und was lernt die Volkswirtschaft daraus?
Solange die Gleichung "je grösser der Zeitmangel, desto wichtiger die Person" gilt, recht wenig, fürchte ich. Aber viele haben erkannt, dass Arbeitszeit Lebenszeit ist, und das nicht erst seit es das Label "Downshifting" gibt. Sie schalten zurück und nehmen weniger Einkommen in Kauf, für mehr Zeit, Selbstverantwortlichkeit und Sinn in ihrem Leben.
Auch ein Pakt, der eine Überlegung wert ist, finden Sie nicht?
Labels: Downshifting, Karriere, Stress, work-life-balance, Zeitmanagement


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