Coaching - nimmt Sie der Coach bei der Hand?
Ich fragte zurück, ob er nun meine Urlaubszeiten wissen wollte oder wie ich das verstehen solle. Er müsse sich einfach hundertprozentig darauf verlassen können, dass er sich, falls sich ein Bewerbungstermin anbahne, jederzeit an mich wenden könne.
Ich grinste ihn an und antwortete, Coaching mache nicht abhängig, sondern befähige zum selbstständigen Handeln. Er könne also sicher sein, dass er durchaus eine Woche ohne mich erfolgreich überstehen könne. Das freilich war für ihn nicht akzeptabel.
Gut, dass wir darüber gesprochen haben, kann ich da nur sagen. Das Berufsbild "Coach" ist für viele vage, und weckt Erwartungen mit unzähligen Facetten. Und gerade gegenüber einem weiblichen Coach scheint manchmal die Hoffnung auf eine mütterliche Anleiterin, die eine/n bei der Hand nimmt, mitzuschwingen.
Und klar, manchmal würde ich meine Klienten auch gern aus ihrer momentanen Unsicherheit rausführen, die Vorstellung ist verlockend. Aber ich bin keine Schamanin oder Übermutter oder Zauberin, und meine Klienten sind keine Kinder mehr. Sie wollen selbst mit der grossen Herausforderung des Erwachsenenseins umgehen können, nämlich Krisen zu meistern und Unsicherheit auszuhalten. Dafür brauchen sie ab und zu, aber nicht rund um die Uhr, einen Ansprechpartner, der ihnen neue Wege zeigt. Gehen können sie schon allein.
Labels: Coaching, Führung, Qualität im Coaching


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