Weihnachtszeit - Hochsaison für Coaches und Therapeuten.
Die Nachfrage für Beratung ist gross - woran liegt das?
Ein Grund, zumindest im Bereich Karriereberatung und Coaching ist wohl, dass mit dem Jahresende bei vielen Kündigungsfristen ablaufen - höchste Zeit also, sich neu zu orientieren. Aber es gibt auch weniger pragmatische Auslöser - z.B. das Jahresende, das üblicherweise mit guten Vorsätzen begangen werden will, soll, kann oder könnte...
Die Flut von "Jahresrückblicken" in den Medien, die viele von uns spiegeln mit der Frage "wie war dieses Jahr für mich und was könnte im Nächsten anders und besser laufen?"
Immer seltener wird die Weihnachtszeit religiös als Zeit der "inneren Einkehr" gefeiert - trotzdem, die Tage sind kürzer, die Zeit ist einfach introvertierter als der Sommer. Und gerade die hohen Erwartungen an ein harmonisches Familienfest werden notorisch enttäuscht - Weihnachten ist Konfliktzeit, statistisch Hochsaison für Familientherapeuten.
Die grundlegenden Veränderungen unserer Arbeitswelt haben deutliche Wirkungen im Familienleben: Es gibt keine Garantien mehr für Ausbildungsplätze, Arbeitsplatzerhalt und Rente. Unsicherheit kriecht ins familiäre Gefüge, das jenseits von Gefühlsbindungen zugleich eine Wirtschafts- und Planungseinheit ist. Die finanziellen Karten innerhalb einer Familie müssen unter Umständen schnell neu gemischt werden, wenn ein Ertragsbringer zeitweise ausfällt - entsprechend ändern sich die Rollen.
Wir müssen und können viel mehr entscheiden als in Zeiten, die eine "klassische Rollenverteilung" forderten. Wir könnten uns auch dafür entscheiden, auf die Heile-Welt-Inszenierung zu Weihnachten zu verzichten und Konflikte nicht unter den Teppich kehren zu wollen - aber das wäre noch so ein Aufbruch ins Ungewisse... neee, muss das sein, ausgerechnet zu Weihnachten?


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